Meine Mutter ist ganz schön genervt, klingelt doch jeden Tag das Telefon in ihrem Haus. Sie denkt immer, es ist etwas wichtiges, wie ältere Menschen eben so sind, aber nein, es ist wieder die freudige Botschaft über die Teilnahme an einem supertollen Gewinnspiel. Das Gewinnspiel hat wie immer einen Haken, denn den DSL-Anschluss oder die Superfernbedienung gibt es nur gegen eine geringe Gebühr in Höhe von monatlich 59,00 Euro. Mit solchen Tricks werden gerade ältere Menschen in Deutschland regelrecht über den Tisch gezogen. Die Telefonspammer operieren dabei mit Namen, die einen gewissen amtlichen Charakter in sich tragen, wie beispielsweise „Gebührenzentrale“. Am Ende zahlt man immer drauf, deshalb sollten man sich am Telefon erstens auf kein Gespräch einlassen, legen sie den Hörer auf und sagen sie zweitens niemals „Ja“, denn das JA steht für einen Vertragsabschluss, den man zwar nicht unterschrieben hat, aber den die Telefonwerber schamlos einfordern. Wer seine Bankdaten am Telefon durchgibt, hat bereits verloren. Da hilft nur noch eine sofortige Kündigung des Kontos, denn ihre Kontodaten werden jetzt an diverse Call Center von Hamburg bis nach Istanbul weiterverkauft.
Obwohl seit August 2009 eine neues Gesetz zur Bekämpfung dieser illegalen Anrufe in Kraft getreten ist, setzt sich der Telefonterror unvermindert fort. Telefonspam hat sich zu einer richtigen Plage entwickelt, der man einfach keinen Einhalt bieten kann. Erst wenn der Gesetzgeber von den Call Centern Betreiber die Einforderung der Unterschrift des Angerufen verlangt, könnte dieser Plage Einhalt geboten werden.
Die Verbraucherschützer sammeln Beschwerden von illegalen Anrufen und stellen fest, dass das Verbot der illegalen Telefonwerbung nicht greift. Ganz vorn liegen Gewinnspielfirmen und Lotterien, die jeden Tag ihr Unwesen in Deutschland treiben. Telefonische Abschlüsse bedürfen deshalb schnellstens einer schriftlichen Bestätigung.




