Spendenhotline 0900 für Winnenden-Opfer?

Mittwoch, 15. April 2009

Die Winnender trauten ihren Augen nicht, fanden sie doch in ihren Briefkästen einen Werbezettel vor, in dem sie aufgefordert wurden, eine 0900 Spendenhotline anzurufen. Gegen eine Spendenhotline ist ja nichts einzuwenden, aber dann bitte offiziell und mit den zuständigen Stellen abgesprochen. Trittbrettfahrer, die auf Kosten anderer schnell ein paar Euro verdienen wollen, sind nicht erwünscht. Die offiziellen Stellen waren von dieser Aktion nicht informiert. Der Anruf kostet 5 Euro. Ein Teil davon geht an den Anbieter der Spendenhotline und ca. 80 Prozent an den, der die Hotline geschaltet hat. Der Wortlaut des Werbezettels lautete: „Mit nur einem Anruf helfen sie den Hinterbliebenen für die Folgekosten aufzukommen.“

Die Winnender fackelten nicht lange und informierten die Polizei, denn auf dem Handzettel fanden sich weder ein Impressum noch Daten zum Herausgeber desselben wieder. Neben der Polizei wurde auch die Bild-Zeitung informiert. Diese fand heraus, dass hinter der Aktion eine Studentin aus Heidelberg stecken soll. Diese behauptet, dass sie mit der Spendenhotline keine betrügerischen Absichten verfolgt hätte und das gesammelte Geld der Stadt Winnenden zugute kommen lassen wollte. Sie selbst will die Werbezettel in Winnenden verteilt haben. Da fragt man sich nur, warum die junge Dame die Aktion nicht offiziell angemeldet hat? Eine Erklärung soll bereit an die Stadt Winnenden gegangen sein. Die 0900 Nummer wurde bereits gesperrt. Wir warten ab und werden den kuriosen Fall für Sie weiter beobachten. Spendenhotline ja, aber dann bitte offiziell und abgesprochen, sonst bleibt immer ein „Geschmäckle“ über. Leider wurden 0900 Nummern in der Vergangenheit oft Missbraucht, so dass ein gesundes Misstrauen gegenüber solchen Servicenummern angebracht ist.


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