Was für ein Wirbel um die Aussage von Westerwelle, dass sich Arbeit wieder lohnen muss und derjenige, der jeden Morgen zur Arbeit fährt, muss einfach mehr verdienen, als einer, der zu Hause bleibt. Westerwelle hat doch recht. Es kann doch nicht sein, dass man für 1.300 Netto den ganzen Tag malochen geht und eine Hartz IV-Familie mit 1.000 Netto, einer warmen Wohnung, kostenlosem Fernsehprogramm und einem gut gefüllten Kühlschrank halbwegs gut über die Runden kommt. Die 300 Euro mehr gehen für Fahrtkosten und Imbiss drauf, warum soll man dafür arbeiten gehen? Da bleibt man doch lieber gleich zu Hause. Kann sich um die Kinder kümmern und im Sommer ausgedehnte Ausflüge mit Rad unternehmen. Der Arbeiter muss einfach mehr Geld bekommen. Hartz IV kann heute jedem passieren, gewollt oder ungewollt. Und diesen Leute muss auch geholfen werden, nur darf man sich nicht jahrelang damit einrichten. Teilweise gibt es in Berlin Bezirke, wo Menschen seit Jahren von Hartz IV leben, einen ein Euro Job ablehnen und sich keineswegs um Arbeit bemühen. Dann gibt es die, die sich ehrlich bemühen, aber auch sagen, lohnt sich doch gar nicht. Jeden Tag zwei Stunden zur Arbeit fahren für 300 Euro mehr Netto in der Tasche, ohne mich.
Hier ist die Politik gefordert. Arbeit muss sich wieder lohnen. Wie wäre es mit einem Steuersatz von 10 Prozent auf alle Einkommen unter 2.000 Euro Brutto? Dann bleibt für den Familienvater wieder was übrig. Im Mittelalter musste nur jeder zehnte Teil abgegeben werden, heute müssen wir fast die Hälfte von unserem Einkommen abgeben und niemand tut etwas dagegen. Westerwelle hat recht. Es muss sich etwas ändern. Vollversorgung im Notfall gern, aber nicht unbedingt auf Dauer und nicht ohne Anreiz, diese wieder abzugeben.




